Wie stehen die Sterne 2017?

Mondkalender gibt es viele. Ab September quellen sie aus den Regalen der Buchhandlungen und verpesten die rationale Welt mit postfaktischen Tipps zum Blumen gießen und Haare schneiden. Erfreulich: Himmelskalender für Sterngucker_innen gibt es ebenfalls viele. Vom leicht verständlichen, aber sehr umfangreichen Kosmos Himmelsjahr, das seit Jahrzehnten mein treuer Begleiter ist, bis zu Büchern mit langen Zahlenkolonnen, um Teleskope auszurichten.

Was ich vergeblich gesucht habe, ist ein Notizkalender mit wenigen gut platzierten astronomischen Beobachtungstipps. Mit viel Glück sind in einem Notizkalender die Mondphasen zu finden. Eventuell noch das astrologische Tierkreiszeichen, in dem der Mond steht (für die Blumengießer_innen). Aber Hinweise, wann Mars am Abendhimmel der Venus begegnet: Fehlanzeige.

Und so kam es, dass ich im Dezember 2013 erstmals selbst einen Kalender mit Beobachtungshinweisen drucken ließ. Der erste Kalender war im Visitenkartenformat und beschränkte sich auf die Mondphase, zusammen mit einer Online-Erklärung, wie man den Mond bei bestimmten Mondphasen am Himmel findet. 2014 folgte ein Notizkalender für die Hantasche mit zusätzlicher Information, an welchem Punkt auf der Ekliptik der Mond steht.

Die Sonne erreicht jeden Punkt der Ekliptik nur einmal im Jahr, der Mond wandert in ca. 28 Tagen einmal um den ganzen Himmel die scheinbare Sonnenbahn entlang.

Deshalb steht der Mond im Laufe eines Monats mal ganz tief am Himmel, ein andermal sehr hoch. Der Punkt tief am Himmel heißt Winterpunkt, weil die Sonne zur Wintersonnenwende dort steht. Gegenüber liegt der Sommerpunkt hoch am Himmel. Das klingt ziemlich abstrakt, aber wenn man 1-2 Monate lang alle paar Tage den Mond sucht, wird schnell klar, wie das funktioniert.

Ein Beispiel: Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass der Vollmond in Sommernächten immer sehr tief am Himmel steht. Das hat folgenden Grund: Der Vollmond steht immer genau gegenüber der Sonne. Und weil die Sonne im Sommer den höchsten Punkt der Ekliptik erreicht, steht der Vollmond – der Sonne gegenüber – am tiefsten Punkt der scheinbaren Sonnenbahn.

Zusätzlich gibt es Hinweise, wenn an einem Tag eine hübsche Planetenbegegnung stattfindet. Als ich den Kalender im Laufe des Jahres selber verwendete, fiel mir auf, dass Hinweise fehlten, welche Planeten gerade generell am Himmel sichtbar waren, und zu welcher Nachtzeit man sie beobachten konnte. Steht ein Planet gegenüber der Sonne, sieht man ihn die ganze Nacht. Steht er östlich neben der Sonne, sieht man ihn am Abend, westlich von der Sonne ist er morgens sichtbar.

Kurz und gut: Eigentlich habe ich den Kalender nach meinen eigenen Bedürfnissen gestaltet. Ich gehe aber davon aus, dass es auch andere Leute gibt, die – so wie ich – einen einfachen, unkomplizierten Kalender suchen, in dem man nachlesen kann, welche Planeten heute zu sehen sind. In Wien gibt es den Kalender auch in ein zwei kleinen Läden sowie im Planetarium (vielen Dank an Cornelia Bock, Katja Krüger und Claudia Schlögel!) Alle Infos: hier.

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